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Innsbrucker Nachrichten

In den Innsbrucker Nachrichten vom 24. Dezember 1930 erschien unter dem Titel Seefelder Brief eine zeitgenössische Stellungnahme zum eben fertig gestellten Berghof:

Das jüngste Ereignis im gastgewerblichen Leben Seefelds ist die Betriebseröffnung des neu erbauten Hotels Berghof. Seit dem Baubeginn im Juli d. J. ist in Seefeld gar viel gesprochen und kritisiert worden über diesen modernen Hotelbau; die verschiedensten Meinungen und Interessen stießen oft heftig zusammen. Der Bauherr Ferdinand Woldrich, seine Gattin und Architekt Siegfried Mazagg ließen sich aber nach dem alten Wahlwort: „Wer will bauen an der Straßen, muss die Leute reden lassen“, nicht beirren und siehe da, nun der Bau vollendet ist, staunt ganz Seefeld über den schönen, modernen, großzügig angelegten Hotelbau, der für den ganzen Ort eine Zierde und eine Bereicherung seiner Gaststätten bedeutete.

Trotz des schlechten Sommerwetters und der kurzen Bauzeit ist es dem rührigen Baumeister Todeschini und seinen Leuten im Verein mit zahlreichen einheimischen Gewerbetreibenden, die an der Errichtung des Hauses beteiligt waren, gelungen, den vereinbarten Fertigstellungstermin auf die Stunde einzuhalten. Knapp vor Weihnachten öffneten sich die Tore des Berghofes.

Wie schmuck nimmt sich schon die äußere Gestalt des Hotels aus, inmitten des freien, noch wenig verbauten Geländes. Während die unteren Geschoße hellen, rauen Mauerputz tragen, ist das zweite Stockwerk in dunkler Holzverschalung gehalten. Die Bogenförmige Anlage des Baues lässt die Sonne auch in den kurzen Wintertagen vom Anfang bis zum Niedergang in die Säle und Zimmer fluten. Fesselt schon die Architektur der Fassade, so sind auch sämtliche Innenräume von dem künstlerischen Geist des jungen Architekten gestaltet und erfüllt. Der Speisesaal und die Halle im Erdgeschoß verbinden in ihrer modernen Vertäfelung, der schönen, intimen Farbenwirkung des furnierten Holzes und der Stilart der Möbel, Beleuchtungskörper usw., modernes Formempfinden mit behaglicher Gemütlichkeit. Man fühlt sich wohl in diesen gastlichen Räumen, in die durch die hohen, breiten Spiegelscheiben der Glanz des Seefelder Winters bricht. Mit der gleichen Einfühlung wie die eigentlichen Gasträume hat Architekt Mazagg auch jedes einzelne Zimmer sozusagen komponiert, den Raum genau und geschickt ausgenützt und dabei helle, freundliche Wohnräume geschaffen.

Schon in den ersten Tagen haben sich zahlreiche Kaffeegäste in der Halle des Berghofes eingefunden und ihre Bewunderung über die erstklassige, künstlerisch vornehme Ausführung des Hotelbaues geäußert. Auch viele Seefelder haben Ihre Neugierde befriedigt und den Eindruck gewonnen, dass da wirklich etwas geschaffen worden ist, das nicht nur den eigenen Interessen des Besitzers dient, sondern ganz Seefeld als Fremdenverkehrsplatz zur Ehre gereicht, und gewiss geeignet ist, zahlreiche Gäste, die ein bestimmtes Maß von Ansprüchen mitbringen, nach Seefeld zu ziehen. Es ist ja klar, dass die Gäste eines solchen großen Hotels auch im Ort viel Geld lassen und dass die Möglichkeit, in einem modernen Sporthotel Unterkunft zu finden, auf manche Kreise besondere Anziehung ausübt.

 

 

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