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Zweiter Entwurf und Bau

Unmittelbar vor der anberaumten Bauverhandlung wurde die erste Version von Mazagg auf Wunsch des Bauherrn umgearbeitet und um eine Geschoßhöhe reduziert. Der Grundriss wurde in seiner Längsrichtung durch Einsparungen im hinteren (östlichen) Bauteil verschmälert und die anfangs vorgesehene Krümmung abgeschwächt. Der Küchentrakt – er sollte ursprünglich aus Nord- und Ostfassade auskragen – wurde eingezogen und seine Außenmauern in die Fassadenfluchten integriert. Den nördlichen Teil konzipierte der Architekt nicht mehr im direkten Zusammenhang mit dem übrigen Haus mit Pultdächern, sondern als eigenständigen kubischen Körper mit Flachdach. Erstes und zweites Obergeschoß wurden nunmehr mit 10 Zimmern ausgebaut. Das grundsätzliche Raumkonzept des ersten Entwurfs konnte bei all diesen Änderungen jedoch beibehalten werden. Abgesehen vom verminderten Volumen haben die Änderungen die formale Ausgestaltung des Baukörpers doch wesentlich beeinflusst. Vor allem der neu konzipierte Nordteil bringt Erstaunliches: für sich betrachtet bringt der Kubus alle formalen Bedingungen, die man eher einer urbanen zeitgenössischen Architektur zuschreiben würde, als dass man sie an einem Berghotel vermutete.

 


 

Und Mazagg inszenierte geradezu die Möglichkeiten der Fassadengestaltung an diesem Bauteil um zu einer kongenialen Verbindung zwischen „urbanem“ Kubus und anschließendem „alpenländischem“ Pultdach zu gelangen. Diese Verbindung zeigt die (rückseitige) Ostfassade ebenso, wie die nach Westen gerichtete Hauptfassade. An der Hauptfassade zeigt das aufgehende Mauerwerk einen leicht konvex gekrümmten, länglichen Baukörper, der an seiner Nordseite vom vorspringenden turmartigen Eckbau abgeschlossen wird. Das verschalte Obergeschoß und der über den Eingang laufende Balkon des Längsbaues verstärken die Horizontalbewegung und verdeutlichen ihr Verhältnis zum vertikalen nordseitigen Abschluss mit seiner asymmetrisch gegliederten Fassade. Der Turm betont den Ort während das horizontale Gebilde als dienender Körper auch optisch die Schichtung verschiedener Funktionen aufnimmt.

 

Diesen Gegensätzlich gelagerten Baukörpern ist eine gegenüber dem Straßenniveau um sieben Stufen höher liegende Terrasse als verbindendes Element vorgelagert.
Sie ist als räumliche Ergänzung, sozusagen als verbindender Sockel, ein dem Baukomplex zugeordneter Bereich, der einerseits die Eingangssituation markiert und dessen Form andererseits – scheinbar spielerisch – vom Balkon im 1. Obergeschoß wiederaufgenommen wird. Im Süden erfährt die mit Mauern eingefasste Plattform eine Erweiterung. Der Rücksprung der Hauptfassade an der südwestlichen Ecke bildet einen zweiseitig abgegrenzten, überdachten und durch die stützende Säule genau definierten Bereich.

Der vorspringende Turm im Norden schließt den Terrassenraum ab und schützt vor dem Nordwind. Die reizvolle Kombination von vertikalen und horizontalen Baukörpern wird durch die mit großer materialsprachlicher Sicherheit eingesetzten Baumittel unterstriche, die Strukturen und Schichtungen und die Plastizität des Komplexes optisch verstärkt.
Das farbliche äußere Erscheinungsbild und die Behandlung der für die Fassaden verwendeten Materialien wurden allerdings von der Baubehörde vorgeschrieben: „Die verputzten Mauerflächen der Außenseite sind zu färbeln, sichtbare Holzteile dunkel zu beizen einzulassen, Fenster, Türen usw. der Außenseite sind färbig zu streichen..“ (Protokoll der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, Pt 5). Dementsprechend wurde das rauh verputzte Mauerwerk weiß und die Fensterrahmen blau gestrichen, die Schalhölzer und die vom Architekten selbst entworfenen Au0ßentüren dunkel gebeizt.

Ein normal zur Hauptfassade liegender Stiegenaufgang mit sieben Stufen ist in die dem Gebäude vorgelagerte Terrasse eingeschnitten und liegt auf der direkt angeordneten Wegachse in das Hotel. Eine gegenüber der Fassade nur geringfügig vorspringende gemauerte Umrahmung der Eingangstür betont gemeinsam mit dem darüber vorspringenden offenen Erker die Situation und ergibt eine deutliche Raumkomposition.

 

 

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